Was ist der Marsch des Lebens

Wussten Sie, dass am Ende des 2. Weltkrieges Todes- märsche und Todestransporte durch viele deutsche Städte und Regionen stattfanden?
Nach 75 Jahren wollen wir mit allen Interessierten ein Zeichen setzen für die Solidarität mit unseren jüdischen Mitbürgern und mit dem Staat Israel.

Der Marsch des Lebens Flensburg war bisher geplant [findet statt] am 21. April 2020, Start 14.30 Uhr. Die Route geht von Flensburg Weiche, über Friedhof Friedenshügel, bis zur Hafenspitze via Friesische Straße, Holm und Rathausstraße.
Wir, die Initiativgruppe, sind ein Zusammenschluss von Christen aus Landes- und Freikirchen, sowie Mitbürger aus Flensburg. Träger der Veranstaltung ist die Evangelische Allianz Flensburg

Hintergrundinformation

Am Ende des Zweiten Weltkriegs ließ die SS die bestehenden Konzentrationslager räumen und wollte damit die Spuren des Massenmordes beseitigen.
Sie hetzten die völlig entkräfteten Gefangenen über die Wege und Straßen des im Chaos versinkenden Deutschlands. Von den 700.000 Häftlingen, die es bis 1945 geschafft haben zu überleben, starben 250.000 bei den Todesmärschen vor den Augen der Zivilbe- völkerung. Diese reagierte meist passiv, gleichgültig, wurde manchmal zu aktiven Tätern – und schwiegen über das, was sie gesehen hatten.

Wenig bekannt ist die Tatsache, dass Flensburg auch in die Todesmaschinerie des NS – Staates involviert war. Im Frühjahr 1945 kamen Todestransporte per Bahn in Flensburg – Weiche an, genauso ein Todes- marsch, beide aus dem KZ – Neuengamme bei Ham- burg. Weitere Todestransporte kamen auch per Schiff im Flensburger Hafen an, aus den KZs in Riga und Stutthof. Viele Menschen starben bei diesen Transporten qualvoll.
Allein im norddeutschen Raum wurden Zehntausende KZ-Häftlinge unter unsäglichen Bedingungen auf eine für viele todbringende Reise zu Fuß, per Schiff und per Bahn geschickt. Gleichzeitig suchten etliche Nazigrößen in Flensburg Unterschlupf und viele wechselten hier ihre Identität.

Unsere Motivation

Beweggründe dafür, diese Marschroute zusammen mit unterschiedlichen Gruppen aus unser Gesell- schaft nachzugehen sind für uns:

  • Versöhnung, Heilung und Wiederherstellung zwischen den Nachkommen der Täter- und Opfergeneration.
  • Aufarbeitung der Vergangenheit und gegen das Vergessen.
  • Position beziehen für unsere jüdischen Mitbürger und den Staat Israel sowie gegen den Antisemitismus unserer Zeit.
  • Wir sehen die Dringlichkeit in dieser Zeit, und möchten eine Stimme sein, die öffentlich auf- steht, dass jüdische Mitbürger angstfrei mit uns zusammenleben können.